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Wirtschaftspolitik

CHOCOSUISSE setzt sich für den Produktionsstandort Schweiz und für einen funktionierenden Wettbewerb mit gleich langen Spiessen ein.

Zugang zum europäischen Markt

Die EU ist für Schweizer Schokolade der wichtigste Absatzmarkt. Der Marktzugang zu den Ländern der EU ist deshalb entscheidend. Nach dem Brexit gilt dies auch für Grossbritannien, einen der wichtigsten Exportmärkte für Schweizer Schokolade.

Im Rahmen der Bilateralen Verträge II wurden zahlreiche verarbeitete Landwirtschaftsprodukte im gegenseitigen Handel mit der EU zollbefreit. Wichtig wäre aber auch Freihandelsabkommen im Agrarbereich. Wegen dem innenpolitischen Widerstand gegen ein solches Abkommen ist für Schweizer Hersteller der Zugang zum europäischen Rohstoffmarkt weiterhin verwehrt. Daraus resultieren agrargrenzschutzbedingte Rohstoffpreisnachteile für Schweizer Hersteller.

Die Schweiz und die EU haben mit der sog. «Doppel-Null»-Lösung vereinbart, gegenseitig auf Zölle und Zoll-Rückerstattungen auf Zucker in Verarbeitungsprodukten zu verzichten. Dieser Verzicht auf Ausgleichsmassnahmen bedingt die Ausrichtung der Grenzschutzbewirtschaftung des Rohstoffs Zucker am Europäischen Marktpreis. Andernfalls resultieren Wettbewerbsnachteile für Schweizer Zucker-Verarbeiter.

Zugang zu aussereuropäischen Märkten

Rund drei Viertel der in der Schweiz produzierten Schokolade wird exportiert – in weit über hundert Länder. Freihandelsabkommen, welche den diskriminierungsfreien Zugang zu aussereuropäischen Märkten gewährleisten, kommt eine entsprechend hohe Bedeutung zu.

Agrargrenzschutzausgleich

Als Folge des Grenzschutzes sind in der Schweiz die Preise für Zutaten wie Milchpulver und Butter sehr viel teurer als im Ausland. Ohne Ausgleich dieses Nachteils erlitten Schweizer Hersteller von Schokolade und anderen Produkten gegenüber den ausländischen Konkurrenten schwerwiegende Wettbewerbsnachteile.

Für einen teilweisen Ausgleich sorgen im Inlandmarkt das Bundesgesetz über die Einfuhr von Erzeugnissen aus Landwirtschaftsprodukten und im Exportmarkt ein privater Fonds der Branchenorganisation Milch. Letzterer wurde 2019 als private Nachfolgelösung zum früheren «Schoggi-Gesetz» eingerichtet.

Bei beiden Ausgleichslösungen verbleibt eine grenzschutzbedingte Preisdifferenz. Dies setzt Schweizer Hersteller im Inland- und im Exportmarkt unter Druck. Exporteuren wurde 2019 im Rahmen der Abschaffung des «Schoggi-Gesetzes» immerhin ein Anspruch auf das zollrechtliche Verfahren des aktiven Veredelungsverfahrens eingeräumt. Dieses öffnet den Zugang zu ausländischen Rohstoffen für den anschliessenden Reexport in verarbeiteter Form.

Allgemeine Agrarpolitik

Die Schweizer Schokoladeindustrie verarbeitet rund ein Drittel der Schweizer Zuckerproduktion und einen bedeutenden Teil der Schweizer Milchproduktion. Agrarpolitische Entscheide mit Auswirkungen auf das Angebot an Schweizer Rohstoffen sind für die Schweizer Schokoladehersteller deshalb von Relevanz. Deshalb nimmt CHOCOSUISSE regelmässig auch Stellung zu agrarpolitischen Themen.

Zuständige Kommission: Aussenhandelskommission